DAS SCHWEIGEN DER GELIEBTEN

Thriller

Ein neuer Partner. Eine neue Familie. Eine alte Schuld.

Karolin steht vor den Trümmern ihrer Ehe. Dass Rolf jetzt in einem idyllisch gelegenen Haus im Wald mit ihren Kindern und seiner neuen Freundin Mischa Urlaub macht, besiegelt ihre persönliche Katastrophe. Als sie selbst durch eine unheilvolle Fügung ebenfalls in dem Ferienhaus landet, ist die Stimmung der Frauen zum Zerreißen gespannt.

Mischa ist überglücklich mit Rolf. Sie will alles dafür tun, damit diese Beziehung funktioniert, sich selbst mit Karolin arrangieren – bloß eins will sie nicht: Rolf eine alte Schuld beichten, die sie zunehmend mit dunklen Vorahnungen erfüllt. Ihre Angst bewahrheitet sich, als sie erkennt, dass die Dämonen ihrer Vergangenheit lebendiger sind als je zuvor und nicht nur ihr eigenes Leben bedrohen …

REZENSIONEN

Alexander
Verifizierter Kauf / Rezension aus Deutschland vom 10. November 2024
Das Buch schafft es, über die gesamte Dauer hinweg den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Die Figuren werden zu Beginn sehr gut dargestellt, die Beziehung zwischen den einzelnen Personen offengelegt und durch die Erzählperspektive erhält man noch weitere Einblicke. Besonders gefallen hat mir, dass die starken, weiblichen Rollen im Vordergrund stehen. Das, was passiert, ist wenig vorhersehbar. Das Buch überrascht an vielen Stellen und verrät nichts zu früh. Das zieht sich bis zum Ende durch, dann überrascht es noch weiter. Der Spannungsbogen ist also wirklich gut gelungen. Ich werde weitere Bücher der Autorin lesen.
Nadine
Verifizierter Kauf / Rezension aus Deutschland vom 12. September 2024
Wer die Bücher von Sophie Edenberg kennt, weiß was ihn erwartet.. nämlich viel Spannung und viel Gänsehaut. Auch dieses Buch ist düster, packend und so spannend, das ich es nur schlecht aus der Hand legen konnte. Der Spannungsbogen wird hier ganz langsam aufgebaut, aber so extrem in die Höhe getrieben, das ich es kaum noch aushalten konnte und das Ende wissen wollte. Dieses Buch ist für mich kein normaler Thriller, eher ein Psychothriller . Wenn ich könnte und durfte würde ich gerne einen 6. Stern für dieses Buch vergeben. Ein echter Lesegenuss. Die bildhaften Beschreibungen sind gut gelungen, ich hab gedacht, ich bin live dabei. Das Cover ist düster und dunkel gehalten, perfekt für einen Thriller und diese Geschichte.
Kunde
Verifizierter Kauf / Rezension aus Deutschland vom 10. September 2024
Sophie Edenberg versteht es großartig, jede einzelne Szene mit der entsprechenden Atmosphäre auszustatten, ihre Figuren überaus realistisch und lebendig auftreten zu lassen. Man spürt von Anfang an das aufkeimende Unheil, ohne jedoch konkret zu wissen, was sich später ereignen wird. Die meisten Kapitel sind in der Ich-Form verfasst und stellen somit eine unmittelbare Nähe her zu der Person, welche gerade ihren Blickwinkel darlegt, dazwischen wird noch von einem „Mann“ erzählt. Somit erhält der Leser ein sehr umfassendes Bild zur Handlung, erfährt manches aus mehreren Sichtweisen und tappt dennoch im Dunklen, da niemand alles preisgibt, was er weiß. Ein ausgezeichnet angelegtes Buch, in dem wenig ist, wie es scheint und trotz der überschaubaren Figurenzahl Verwirrung gestiftet wird.
Karen
Rezension aus Deutschland vom 4. Dezember 2024
Sehr gut und spannend geschrieben - auch unterstützend durch die verschiedenen Erzählebenen der jeweiligen Figuren. Ich werde nach weiteren Romanen dieser Autorin schauen 😉
strickmagie _liest
Rezension aus Deutschland vom 25. September 2024
Das Buchcover hat mich hier sofort in seinen Bann gezogen. Die Handlung wird aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen Protagonistinnen erzählt und erhält dadurch eine gewisse Tiefe. Und dann gibt es immer wieder die Abschnitte, die von einem Mann und seiner Gefangenen in einem Keller handeln. Dadurch baut sich langsam ein Spannungsbogen auf, der immer rasanter wird. Der Erzählstil ist hervorragend und sehr bildhaft, es gibt immer wieder neue Wendungen, und am Ende noch eine große Überraschung, die ich so nicht hatte kommen sehen. Fazit: Ein hervorragender, gnadenlos fesselnder Thriller, für den ich eine absolute Leseempfehlung erteile.

LESEPROBE

KAPITEL 1

Der Mann

Der Mann stand am Fenster und starrte in die Nacht hinaus. Schwere Regentropfen trommelten gegen die Scheiben, der Wind zerrte an Baumkronen, deren Äste wie knochige Finger in den Himmel ragten. Das Pfeifen des Sturmes drang durch die Fensterritzen und vermischte sich mit dem Knacken der Dielen unter seinen Füßen. Irgendwo in der Ferne schrie eine Eule.

Ohne eine exakte Vorstellung davon, wo er suchen musste, würde niemand ihn hier finden. Und genau das machte diesen Ort zu einem perfekten Versteck.

Der Mann wandte sich vom Fenster ab und ließ den Blick durch den Raum schweifen. Seit er zuletzt hier gewesen war, hatte sich nicht viel verändert. Die Wände des Zimmers waren mit Jagdtrophäen geschmückt, deren Augen im fahlen Licht der Deckenlampe schaurig glänzten. Ein einfacher Holztisch und zwei Stühle standen in der Mitte des Raumes. Außerdem gab es eine Sitzgruppe, die vielleicht einmal hübsch gewesen war. Jetzt aber war der geblümte Stoff abgenutzt, die quadratischen Polster darauf waren mottenzerfressen und fleckig. Auf dem Schrank in der Ecke thronte ein alter Röhrenfernseher.

Die Lippen des Mannes kräuselten sich zu einem Lächeln, als sein Blick auf die Silhouette der Gestalt auf dem zerschlissenen Sofa fiel. Ihr Kopf war nach hinten geneigt und entblößte ihren Hals, das Gesicht wirkte im Halbdunkel wie aus Marmor gemeißelt. Wäre da nicht ihr Brustkorb gewesen, der sich im Takt ihrer Atemzüge hob und senkte, hätte man fast meinen können, sie wäre tot.

Aber das war sie nicht.

Jedenfalls noch nicht.

Wenn er in seinem Leben eines gelernt hatte, dann, dass Geduld der Schlüssel zu fast allem war. Wie eine Spinne hatte er am Rand seines kunstvoll gewobenen Netzes gelauert und gewartet, bis sein Opfer sich hoffnungslos in den Fäden verfangen hatte. Wenn sie aufwachte und bemerkte, welch fataler Fehler ihr unterlaufen war, würde es längst zu spät sein. Seine Falle war bereits zugeschnappt.

Dummes Ding, dachte er. Törichtes, naives Ding!

Mit geschmeidigen Schritten näherte er sich der reglosen Gestalt auf dem Sofa. Staub wirbelte unter seinen Stiefeln auf und drang in seine Atemwege. Er nieste.

Die Frau zuckte nicht einmal mit der Wimper, als er seine Arme unter ihre Knie und den Nacken schob und sie vorsichtig hochhob. Wie sollte sie auch? Er selbst hatte dafür gesorgt.

Mit seiner wertvollen Fracht im Arm verließ er das Wohnzimmer und durchquerte einen schmalen Flur, bis er eine unscheinbare Tür erreicht hatte. Der muffige Geruch von Schimmel stieg ihm in die Nase, als er die Tür mit einem Fußtritt aufstieß und die Stufen in den kleinen Keller hinabstieg.

Der Raum wurde nur spärlich vom flackernden Licht einer einzelnen von der Decke baumelnden Glühbirne erhellt. Er war fast vollkommen leer, nur eine schlichte Schlafpritsche gab es hier, ein einfaches Holzgestell, auf dem eine dünne Matratze lag. Dort legte er die Frau ab.

»Schlaf gut, Dornröschen«, murmelte er und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn. »Träum was Schönes.«

Mit einem triumphierenden Grinsen drehte er sich um, verriegelte die Tür hinter sich und ließ den Schlüssel in seine Hosentasche gleiten. Der Moment, den er so lange herbeigesehnt hatte, war endlich in greifbare Nähe gerückt.

Seine Rache – sie hatte bereits begonnen.

KAPITEL 2

Karolin

Aufstehen, Frühstück ist fertig!«

Keine Reaktion.

»Matteo, Elly! Aufsteeeehen!«

Ich hörte Ellys schlaftrunkenes Gemurmel, gefolgt von dem Geräusch ihrer nackten Füße auf dem Parkett. Kurz darauf ging ihre Zimmertür auf und meine Tochter trat heraus. Ihr Haar war vom Schlaf noch leicht zerzaust.

»Morgen, Mama«, murmelte sie und gähnte dabei herzhaft. »Ich geh nur schnell Zähneputzen, dann komme ich runter.«

»Danke, mein Schatz.«

In Matteos Zimmer rührte sich nichts. Alles, was zu hören war, war das penetrante Bimmeln seines Handyweckers.

Kopfschüttelnd legte ich die letzten Meter zurück, ignorierte das »Betreten auf eigene Gefahr«-Schild und drückte die Klinke herunter.

Im Zimmer meines pubertären Sohnes herrschte mal wieder heilloses Durcheinander. Überall lagen schmutzige Socken, T-Shirts und Skizzenblöcke verstreut. Neben dem Bett stapelten sich schmutzige Teller, Gläser und leere Chipsverpackungen. Matteo selbst lag auf dem Bauch und hatte das Gesicht tief in den Kissen vergraben. Nur ein haariges Bein ragte unter der Bettdecke hervor.

Ich griff nach dem Handy auf dem Nachttisch und schaltete den Wecker aus. Das Gebimmel verstummte. Matteo schnarchte munter weiter.

»Matteo, Liebling, hast du nicht gehört?«, fragte ich und rüttelte ihn sanft an der Schulter. »Es gibt Frühstück.«

»Hmmm«, brummte er und wälzte sich auf die Seite, um meine Hand abzuschütteln. »Siehst du nicht, dass ich noch schlafe?«

»Es ist schon fast zehn.«

»Ja, klar. Nur noch ein paar Minuten.«

»Du hast eine Viertelstunde, maximal«, schärfte ich ihm ein, wofür ich ein widerwilliges Schnauben kassierte.

Resigniert sammelte ich das schmutzige Geschirr ein, dann wandte ich mich ab und stieg die Treppe hinunter ins Erdgeschoss. Aus Erfahrung wusste ich, dass es zwecklos war, weiter zu insistieren. Das würde ja doch nur in einem Streit enden. So wie jede Unterhaltung, die ich mit meinem Sohn in letzter Zeit geführt hatte.

Der Geruch nach gerösteten Kaffeebohnen wehte mir entgegen, als ich die Küche betrat, und einen Augenblick lang hielt ich inne, um mein Werk zu bewundern. Der Küchentisch bog sich unter der Last des opulenten Frühstücks, das ich vorbereitet hatte. Eine dampfende Kanne mit Kaffee stand neben einem Krug mit frisch gepresstem Orangensaft, auf einer Platte türmten sich fluffige Rühreier und kross gebratener Speck. Dazu gab es eine Auswahl von Brötchen und Croissants und verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Ich war heute extra früh aufgestanden, um alles vorzubereiten, und es war perfekt – genau so, wie es Rolf gefiel.

Während ich mir eine Tasse Kaffee einschenkte, streifte mein Blick den silbernen Bilderrahmen, der neben einigen anderen auf einem niedrigen Sideboard prangte. Die Aufnahme war an Weihnachten vor zwei Jahren aufgenommen worden. Eine jüngere Version meiner Kinder vor einem raumhohen, lamettabehangenen Tannenbaum war darauf zu sehen, beide strahlten über das ganze Gesicht. Daneben stand Rolf in einem roten Rentierpullover, seine Hand ruhte liebevoll auf meiner Schulter. Der Anblick versetzte mir einen Stich.

Rasch wandte ich den Blick wieder ab.

Unsere Trennung lag inzwischen mehrere Monate zurück, ich sollte mich also mittlerweile an den Gedanken gewöhnt haben. Trotzdem fühlte es sich an manchen Tagen immer noch unwirklich an, dass er nicht länger zu mir gehörte.

Und das nur, weil ich so dumm gewesen war und …

Das Klingeln meines Handys riss mich aus meinen Grübeleien. Ich suchte den Raum ab und fand das Telefon schließlich eingeklemmt zwischen dem Saftkrug und der Wurstplatte.

»Hallo?«

»Hi, Süße«, drang die fröhliche Stimme meiner besten Freundin an mein Ohr. »Ich wollte nur kurz Bescheid geben, dass ich jetzt mit Packen fertig bin. Ich laufe nur noch schnell zum Supermarkt, um Katzenfutter für Kleopatra zu kaufen, dann bringe ich sie zu meiner Nachbarin und fahre los. Ich schätze, ich kann so gegen Mittag bei euch sein.«

»Das passt wunderbar.«

»War Rolf schon da?«

»Der sollte bald kommen … Hoffe ich zumindest. Pünktlichkeit gehört ja nun mal nicht gerade zu seinen Stärken.«

FOLGE
SOPHIE EDENBERG

Du wirst dann automatisch über neue Bucherscheinungen informiert.

Dr. Sophie Rojahn

Haidgasse 8/15, 1020 Wien, Österreich

Autorin

E-Mail: mail@sophieedenberg.com

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© 2026 Sophie Edenberg. Rechte vorbehalten.

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